Von den großen Städten Schleswig-Holsteins ist Norderstedt mit Abstand die jüngste. Mit dem „Norderstedt-Gesetz" wurden am 1. Januar 1970 die benachbarten vier Gemeinden Friedrichsgabe, Garstedt, Glashütte und Harksheide zur Stadt Norderstedt zusammengeschlossen. Die neue Stadt hatte damals knapp 55 000 Einwohner und wurde dem Kreis Segeberg zugeordnet. Mit Beginn des Jahres 2005 erhielt Norderstedt den neuen Status einer „Großen kreisangehörigen Stadt".
Der Zusammenschluss 1970 wurde im Zuge einer Gebietsreform in ganz Schleswig-Holstein vollzogen. Die Ursprungsgemeinden hatten sich in ihrer ländlichen Prägung nach dem Krieg durch den Zuzug von ausgebombten Hamburgern, Flüchtlingen und Vertriebenen stark gewandelt. Ab den 60er- und 70er-Jahren kamen die vielen Familien aus Hamburg hinzu, die aus der Stadt „ins Grüne" strebten.
Dennoch ist die heute mehr als 74 300 Einwohner zählende Stadt, die fünftgrößte in Schleswig-Holstein, alles andere als eine „Schlafstadt". Dank der Lage in der Metropolregion Hamburg unmittelbar an der Hamburger Stadtgrenze und dank des Anschlusses an das Hamburger U-Bahn-Netz sowie der Nähe zur Autobahn A 7 und zum Hamburger Flughafen, ist Norderstedt zu einem gewichtigen Gewerbe- und Industriestandort mit einer positiven Pendlerbilanz herangewachsen. 22 300 auswärtige Berufstätige kommen täglich nach Norderstedt zur Arbeit gegenüber knapp 18 000 Norderstedtern, die ihren Arbeitsplatz außerhalb der Stadt haben. Die fünf größten Arbeitgeber in Norderstedt sind die Lufthansa, Jungheinrich, Ethicon/Johnson & Johnson, die Stadtverwaltung selbst mit 1 150 Beschäftigten und Schülke & Mayr. Insgesamt gibt es rund 34 800 Arbeitsplätze in Norderstedt.
Bürgermeister ist seit 1998 der erste Christdemokrat in diesem Amt, Hans-Joachim Grote; seit Anfang 2005 Oberbürgermeister. In der Stadtvertretung gibt es nach der letzten Kommunalwahl neue Mehrheiten. Aktuell haben die CDU 20, die SPD 15, die Grün Alternative Liste in Norderstedt GALiN 6, die FDP 4 sowie Die Linke 4 Sitze inne. Zur neuen Stadtpräsidentin wurde Kathrin Oehme gewählt.